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Senioren-Hallen-WM in Jyväskylä (03.-08.04.2012): Spätstart in die Leichtathletik PDF Drucken
Geschrieben von: Holger Teusch   

Quelle: Artikel aus dem TV vom 18.04.2012: www.volksfreund.de/3128956

Maria Johannes springt höher, als die meisten ihrer Schüler und wirft auch mit 49 Jahren den Diskus mit Sicherheit weiter. Nun ist die bescheidene Sportlern des SFG Bernkastel-Kues Vizeweltmeisterin geworden.

Bernkastel-Kues/Koblenz. Maria Johannes steht nicht gerne im Rampenlicht. "Es gibt doch bestimmt jemand Interessanteres als mich", sagt die 49-Jährige beim Gespräch über ihr Leben und ihren Sport. Und dass sie Schulleiterin der Grundschule Gondershausen im Hunsrück ist, sei ja nicht so wichtig. "Ich bin einfach Lehrerin", erklärt sie.
Bei aller Bescheidenheit: Stolz ist Maria Johannes über ihren Erfolg bei den Senioren-Weltmeisterschaften natürlich trotzdem. Den zweiten Platz im Hochsprung belegte die in Bernkastel-Kues beheimatete, aber wegen ihrer Stelle im Hunsrück unter der Woche in Koblenz wohnende Sportlerin des SFG Bernkastel-Kues. 1,25 Meter übersprang sie im finnischen Jyväskylä. Das war zufriedenstellend. "Hochsprung mache ich eigentlich nur fürs Sportabzeichen", gesteht sie.
Höher schätzt Maria Johannes ihre Leistung im Diskuswurf von 27,65 Metern ein. Das reichte aber nur zum fünften Platz. Mit der ein Kilogramm schweren Wurfscheibe war sie im März Dritte der deutschen Senioren-Winterwurf-DM geworden.
Die Wurfwettbewerbe, die in Finnland anders als der Hochsprung nicht in einer Halle ausgetragen wurden, seien abenteuerlich gewesen. "Ich bin am Abend vor dem Wettkampf zum Stadion gegangen. Es lagen 20 Zentimeter Neuschnee und es schneite immer noch. Ich habe mich gefragt, wie die Finnen das bis zum Wettkampf schaffen wollen", sagt sie.

Nicht in die Wiege gelegt

Auch wenn Maria Johannes bereits seit fast drei Jahrzehnten Sport treibt, in die Wiege gelegt bekam sie die Leidenschaft nicht. Ihre Eltern betrieben ein Café in der Bernkasteler Fußgängerzone. Im Betrieb mithelfen war selbstverständlich. "Angefangen hat alles mit dem Sportabzeichen. Ich glaube, ich mache dieses Jahr mein 25.", sagt die Pädagogin. Erst mit über 30 Jahren absolvierte sie die ersten Leichtathletik-Wettkämpfe, betrieb aber nebenbei auch Gymnastik, Badminton und andere Sportarten.
Der Sport ist mittlerweile nicht mehr aus Maria Johannes Leben wegzudenken. Ihre Philosophie: "Es ist nicht der große Leistungsgedanke, sondern der Spaß an der Sache. Aber wenn eine gute Leistung dabei herauskommt, ist das natürlich auch nett." teu