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DM in Bochum-Wattenscheid 08.-10.08.2014 PDF Drucken
Geschrieben von: Holger Teusch, Fotos: Wolfgang Baum   

Quellen:
Artikel aus dem TV vom 10.08.2014: www.volksfreund.de/3961725
Artikel aus dem TV vom 13.08.2014: www.volksfreund.de/3964654

[...] Erfolgreich wie lange nicht

Die 73. nationalen Nachwuchstitelkämpfe verliefen erfolgreich wie seit Jahren nicht mehr für den Leichtathletikbezirk Trier. Bei seinem DM-Debüt belegte Tarek Bakali von der LG Bernkastel-Wittlich (BW) über 400 Meter Hürden der unter 18-Jährigen (U18) den fünften Platz. "Bei dem Lauf hat wieder alles gepasst. Super Rhythmus, alles perfekt", freute sich der Schützling von Trainer Wolfgang Baum über zwei ideale Rennen. Im Finale verbesserte er seine im Vorlauf bereits um mehr als eine Sekunde auf 56,19 Sekunden gesteigerte Bestzeit noch einmal um eine Hundertstel. Der 17-Jährige aus Lösnich an der Mosel war mit der vierzehntbesten Zeit zur DM gefahren und schrammte nur gut eine halbe Sekunde an einer Medaille vorbei.

Auf Bahn acht, ohne Sichtkontakt zur Konkurrenz, musste Aline Petry ihr erstes DM-Finale bestreiten. In 1:02,61 Minuten lief Bakalis 19 Jahre alte Vereinskameradin als Sechstplatzierte Bestzeit. Und schon im Vorlauf hatte Petry in 1:03,05 Sekunden einen persönlichen Rekord aufgestellt.

Hass-Liebe zu den Hürden

(Haag/Lösnich) Zwei Finalteilnehmer hatte die LG Bernkastel-Wittlich seit ihrem Bestehen 1996 noch nie bei einer Deutschen Meisterschaft der Jugend. Obwohl über 400-Meter-Hürden erfolgreich, ist die Strecke für die U20-Sechste Aline Petry und den U18-Fünften Tarek Bakali eine Hass-Liebe.

Haag/Lösnich. Tarek Bakali schwebt immer noch auf Wolke sieben. Auch drei Tage nach dem 400-Meter-Hürden-Finale der unter 18-Jährigen (U18) bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Bochum-Wattenscheid ist der 17-Jährige auf einem Endorphin-Trip. Auf der Fahrt zu seiner Vereinskameradin Aline Petry nach Haag im Hunsrück wartet man darauf, dass der Gymnasiast aus Lösnich jeden Moment sagt: "Zwick mich mal!"

Das Erreichen des Endlaufs, zweimal Bestzeit (56,18 Sekunden), fünfter Platz - das vergangene Wochenende muss Bakali wie im Traum vorgekommen sein. Dass es Realität war, können dem Schüler diesmal nicht einmal die Blessuren an Schienbeinen und Knien beweisen. Drei Wochen zuvor beim Gewinn der Landesmeisterschaft hatte er auf der Stadionrunde noch fast alle zehn Hürden touchiert und umgerissen. Im Ruhrgebiet blieben alle stehen.

Die lange Hürdenstrecke ist sowohl für Bakali als auch für Aline Petry eine Hass-Liebe. "Dem Siebenkampf trauere ich immer noch ein bisschen hinterher", sagt die 19-Jährige. Wie Bakali ist Petry vielseitig talentiert. Sie spielt Volleyball und ist beispielsweise schon 5,53 Meter weit und mit dem Stab Bezirksrekord von 3,10 Metern hoch gesprungen. Doch Siebenkampftraining würde bedeuten, dass sie für jede der bis zu sechs Trainingseinheiten pro Woche nach Bernkastel-Kues pendeln müsste. In der Zeit, als sie noch keinen Führerschein hatte, wäre das unmöglich gewesen. Viele Laufeinheiten für den Langsprint kann sie dagegen auf dem Haager Fußballplatz abspulen. "Ich kann da auch viel mit Spikes machen, Diagonalläufe, Abläufe, 500-Meter-Läufe", erzählt Petry.

Die speziellen Hürdeneinheiten absolvieren beide bei Trainer Wolfgang Baum beim SFG Bernkastel-Kues. Diese sind nicht nur wegen der Läufe anstrengend. Der Auf- und Abbau der 300-Meter-Hürden-Distanz dauere rund eine Stunde, erzählt Bakali: "Wir müssen mit dem Hürdenwagen zweimal komplett über die Bahn ziehen."

In den kommenden Wochen werden die Hürden deshalb erst einmal nicht mehr herausgeholt. Bei den Deutschen Meisterschaften im Leichtathletik-Fünfkampf der Turner und einem Siebenkampf in Betzdorf im Westerwald will Petry zum Saisonabschluss ihrer alten Liebe frönen.

Bakali will im Westerwald vielleicht einen Fünfkampf absolvieren, blickt vor allem schon auf 2015: "Wenn ich bei der DM die Läufer der U20 gesehen habe, dann weiß ich, wo ich hin will. Im Winter muss ich vor allem an der Schnelligkeit arbeiten", sagt Bakali. Das DM-Finale in der nächsthöheren Altersklasse. Diesen Traum will er als Nächstes realisieren.